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Auf dem Papier sieht alles sehr einfach aus: In der Gruppe C des amtierenden Weltmeisters scheinen die Rollen klar verteilt zu sein. Während die mit nunmehr vier Sternen ausgestatteten Deutschen die ersten Schritte auf ihrer Mission Titelverteidigung als haushohe Favoriten angehen, hoffen die Tschechen sowie die Norweger und die Nordiren darauf, sich als Jäger Nummer eins etablieren zu können. Aserbaidschan und San Marino werden dagegen versuchen, mit der einen oder anderen Überraschung für Aufmerksamkeit zu sorgen. Die wohl größte Spannung liegt jedoch in der Frage: Kann der Champion auf dem Weg nach Russland 2018 auch in der Generation eins nach Kapitän Philipp Lahm und WM-Rekordtorjäger Miroslav Klose wieder zu einem technisch und taktisch perfekt harmonierenden Kollektiv werden? Auch die Rücktritte von Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski gilt es erst einmal zu verarbeiten.

Die Teams
Deutschland
Tschechische Republik
Nordirland
Norwegen
Aserbaidschan
San Marino

Der Ausblick

Alle Scheinwerfer werden auf den Weltmeister und seine Weiterentwicklung gerichtet sein. Auch wenn Deutschland aktuell über ein großes Reportoire an hochtalentierten Ausnahmespielern verfügt, darf man gespannt sein, wie der Titelverteidiger seinen Generationenwechsel infolge der Rücktritte von Lahm, Klose, Schweinsteiger und Podolski meistern wird.

Dennoch kann die Mannschaft weiter auf etablierte Akteure wie den neuen Kapitän Manuel Neuer, Thomas Müller, Marco Reus, Mats Hummels, Mario Götze und nicht zuletzt Toni Kroos, der selbst in Weltklasse-Manier die Schaltzentrale steuern kann, bauen.

Hätten Sie’s gewusst?
Die nächsten Auflagen eines Nachbarschaftsduells: „Gegen die Tschechen ist es immer besonders“, sagte Oliver Bierhoff im Interview mit der FIFA unmittelbar nach der Vorrundenauslosung in Sankt Petersburg. Der heutige Manager der deutschen Nationalmannschaft hat allen Grund, in süßen Erinnerungen zu schwelgen. Schließlich war er es, der im Finale der UEFA EURO 1996 gegen die Tschechen beim Stande von 0:1 eingewechselt wurde, den Ausgleich erzielte und in der Verlängerung selbst mit seinem historischen „Golden Goal“ auch noch für Deutschlands Siegtreffer sorgte.

Aserbaidschan und die Deutschland-Connection: Auf der Trainerbank des heutigen Weltmeisters saß damals Berti Vogts. Später sollte der deutsche Ex-Nationalverteidiger auch sechs Jahre lang die Auswahl Aserbaidschans betreuen und dabei unter anderem am 10. Oktober 2009 den ersten Auswärtssieg des zwischen dem Kaspischen Meer und dem Kaukasus liegenden Landes in der WM-Qualifikation (2:0 in Liechtenstein) feiern. Zum Duell mit seinem Heimatland kam es für Vogts insgesamt vier Mal, darunter zwei Aufeinandertreffen in der WM-Qualifikation. Dabei wird es jedoch vorerst bleiben, denn er trat im Oktober 2014 von seinem Posten zurück. Mittlerweile steht Robert Prosinecki an der Seitenlinie der Milli. Der kroatische Ex-Weltklassespieler wurde in Deutschland geboren und wuchs bis zu seinem elften Lebensjahr im Großraum Stuttgart auf.

Ein Wiedersehen mit spannenden Vorzeichen: Den Nordiren gelang ausgerechnet gegen San Marino ihr höchster Sieg in der Geschichte der WM-Qualifikation. Am 15. Oktober 2008 setzte man sich mit 4:0 durch. Nun treffen die beiden Teams erneut zwei Mal aufeinander. Dabei würde der Außenseiter sicherlich auch ein 0:0 als einen Erfolg betrachten – und die statistischen Chancen dazu stehen gar nicht so schlecht, denn kein Team hat sich in der WM-Qualifikation häufiger torlos von seinem Gegner getrennt als Nordirland (insgesamt 15 Mal).

Der nächste Anlauf der „Landslaget“: Bei der Qualifikation für die FIFA WM 2010 landeten die Norweger in ihrer Gruppe hinter dem späteren Vize-Champion Niederlande auf Rang zwei. Dennoch erreichte das Team aus Skandinavien nicht die Playoffs, weil es der schlechteste Zweitplatzierte aller europäischen Staffeln war. Vier Jahre zuvor erreichte Norwegen auf dem Weg zur FIFA WM 2006 zwar die Playoffs, scheiterte darin aber an der Tschechischen Republik. Nun hat man die Chance auf Revanche und hofft, zum insgesamt vierten Mal nach 1938, 1994 und 1998 die Endrunde zu erreichen.

Die Statistik
2 – Deutschland hat allen Grund, mit breiter Brust den Weg nach Russland 2018 zu beginnen. In bislang 84 WM-Qualifikationsspielen (64 Siege, 18 Unentschieden) musste man lediglich zwei Mal das Feld als Verlierer verlassen. Auswärts ist man sogar ungeschlagen. Die einzigen beiden Niederlagen kassierte der amtierende Weltmeister zuhause gegen Portugal (0:1, 1985) und gegen England (1:5, 2001).

 

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