WM Europa – Gruppe D: Zeit zurück drehen

 

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Gareth Bale ist der herausragende Star in der europäischen Qualifikationsgruppe D. Der Mann von Real Madrid hofft darauf, Wales nach dem EM-Erfolg erstmals seit sechs Jahrzehnten wieder zu einer WM-Endrunde führen zu können. FIFA.com stellt die Gruppe vor, in der die Waliser unter anderem zu einem rein britischen Duell gegen die Republik Irland antreten müssen. Weitere Gegner sind Österreich und Serbien, zwei Teams, die an frühere WM-Erfolge anknüpfen wollen. Moldawien und Georgien hoffen, auf dem Weg nach Russland für die ein oder andere Überraschung sorgen zu können.

Die Teams
Wales
Österreich
Serbien
Republik Irland
Moldawien
Georgien

Der Ausblick
Ein walisischer Torjäger im Ausland, der für eine Rekordsumme zu einem europäischen Spitzenklub gewechselt ist, führt sein Team zur WM-Endrunde. Diese Geschichte gab es schon einmal und die Fans der Dragons hoffen, dass sie sich 2018 wiederholen wird, 60 Jahre nachdem Stürmer John Charles von Juventus Turin 1958 in Schweden glänzte. Der heutige Topstar der Waliser, Bale von den Königlichen aus Madird, hofft, dass er der Mann sein wird, der die lange Wartezeit auf einen neuerlichen Platz bei der WM-Endrunde beenden kann, nachdem dies Akteuren wie Mark Hughes, Ian Rush und Ryan Giggs nicht gelungen ist. Das Selbstvertrauen dafür dürfte vorhanden sein, nachdem man bei der EURO 2016 in Frankreich mit dem Halbfinal-Einzug Historisches erreicht hat.

Doch auf dem Weg nach Russland stehen Bale, Aaron Ramsey und Co. vor einigen schweren Aufgaben. Besonders schwierig dürfte die kurze Reise in die Republik Irland werden, gegen die Wales erstmals überhaupt in einer WM-Qualifikation antritt. Auch die Iren warten schon eine ganze Zeit lang (wenn auch bei weitem nicht so lang wie die Waliser), nämlich seit der denkwürdigen WM-Teilnahme 2002. Die Rückkehr muss nun ohne ihren Rekordtorschützen Robbie Keane gelingen, der aus der Nationalmannschaft zurückgetreten ist.

Serbien und Österreich sind historisch zwar die erfahrensten WM-Teilnehmer in Gruppe D. Zusammen bringen sie es immerhin auf 17 WM-Endrundenspiele. Nur vier davon fanden allerdings nach 1990 statt. Genau wie Wales wollen also auch diese beiden Teams die Zeit zurückdrehen.

Georgien und Moldawien haben in der WM-Qualifikation schon früher gegeneinander gespielt. 1997 feierten die Georgier ihren ersten WM-Qualifikationssieg gegen die Moldawier. Moldawien will auf dem recht guten Abschneiden in der Qualifikation für Brasilien 2014 aufbauen. Damals hatte das Team drei Siege eingefahren und damit die Gesamtanzahl seiner Siege in WM-Qualifikationen mehr als verdoppelt.

Hätten Sie’s gewusst?
Junge Leitfigur: Aaron Ramsey war der jüngste Mannschaftskapitän von Wales. Als er 2011 von dem mittlerweile verstorbenen Gary Speed zum Kapitän befördert wurde, war er gerade 20 Jahre und 90 Tage alt.

Premieren: Neun Paarungen hat es in der WM-Qualifikation nie zuvor gegeben. Vier Partien (Österreich-Georgien, Serbien-Moldawien, Serbien-Georgien und Republik Irland-Moldawien) finden zum ersten Mal überhaupt im Seniorenbereich statt.

Erfolgsgeneration: Nur zwei Mannschaften, nämlich die Sowjetunion (1978) und Portugal (1990 und 1994) haben bisher unmittelbar nach ihrem Titelgewinn bei der FIFA U-20-WM die Teilnahme an der folgenden FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ verpasst. Der frisch gebackene U-20-Weltmeister Serbien hofft natürlich, nicht die dritte solche Mannschaft zu werden.

Statistik
20 –
Die Republik Irland ist neben Luxemburg und Portugal eines von nur drei Teams, das an ausnahmslos allen WM-Qualifikationen teilgenommen hat. Die Qualifikation für Russland 2018 ist somit ihr 20. Qualifikationsturnier.

 

 

WM 2018 Europa – Gruppe A: Ein Großer bleibt zurück

WM Europa – Gruppe B: Alle gegen Ronaldo?

WM Europa – Gruppe C: Die ersten Schritte des Weltmeisters

WM Europa – Gruppe C: Die ersten Schritte des Weltmeisters

 

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Auf dem Papier sieht alles sehr einfach aus: In der Gruppe C des amtierenden Weltmeisters scheinen die Rollen klar verteilt zu sein. Während die mit nunmehr vier Sternen ausgestatteten Deutschen die ersten Schritte auf ihrer Mission Titelverteidigung als haushohe Favoriten angehen, hoffen die Tschechen sowie die Norweger und die Nordiren darauf, sich als Jäger Nummer eins etablieren zu können. Aserbaidschan und San Marino werden dagegen versuchen, mit der einen oder anderen Überraschung für Aufmerksamkeit zu sorgen. Die wohl größte Spannung liegt jedoch in der Frage: Kann der Champion auf dem Weg nach Russland 2018 auch in der Generation eins nach Kapitän Philipp Lahm und WM-Rekordtorjäger Miroslav Klose wieder zu einem technisch und taktisch perfekt harmonierenden Kollektiv werden? Auch die Rücktritte von Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski gilt es erst einmal zu verarbeiten.

Die Teams
Deutschland
Tschechische Republik
Nordirland
Norwegen
Aserbaidschan
San Marino

Der Ausblick

Alle Scheinwerfer werden auf den Weltmeister und seine Weiterentwicklung gerichtet sein. Auch wenn Deutschland aktuell über ein großes Reportoire an hochtalentierten Ausnahmespielern verfügt, darf man gespannt sein, wie der Titelverteidiger seinen Generationenwechsel infolge der Rücktritte von Lahm, Klose, Schweinsteiger und Podolski meistern wird.

Dennoch kann die Mannschaft weiter auf etablierte Akteure wie den neuen Kapitän Manuel Neuer, Thomas Müller, Marco Reus, Mats Hummels, Mario Götze und nicht zuletzt Toni Kroos, der selbst in Weltklasse-Manier die Schaltzentrale steuern kann, bauen.

Hätten Sie’s gewusst?
Die nächsten Auflagen eines Nachbarschaftsduells: „Gegen die Tschechen ist es immer besonders“, sagte Oliver Bierhoff im Interview mit der FIFA unmittelbar nach der Vorrundenauslosung in Sankt Petersburg. Der heutige Manager der deutschen Nationalmannschaft hat allen Grund, in süßen Erinnerungen zu schwelgen. Schließlich war er es, der im Finale der UEFA EURO 1996 gegen die Tschechen beim Stande von 0:1 eingewechselt wurde, den Ausgleich erzielte und in der Verlängerung selbst mit seinem historischen „Golden Goal“ auch noch für Deutschlands Siegtreffer sorgte.

Aserbaidschan und die Deutschland-Connection: Auf der Trainerbank des heutigen Weltmeisters saß damals Berti Vogts. Später sollte der deutsche Ex-Nationalverteidiger auch sechs Jahre lang die Auswahl Aserbaidschans betreuen und dabei unter anderem am 10. Oktober 2009 den ersten Auswärtssieg des zwischen dem Kaspischen Meer und dem Kaukasus liegenden Landes in der WM-Qualifikation (2:0 in Liechtenstein) feiern. Zum Duell mit seinem Heimatland kam es für Vogts insgesamt vier Mal, darunter zwei Aufeinandertreffen in der WM-Qualifikation. Dabei wird es jedoch vorerst bleiben, denn er trat im Oktober 2014 von seinem Posten zurück. Mittlerweile steht Robert Prosinecki an der Seitenlinie der Milli. Der kroatische Ex-Weltklassespieler wurde in Deutschland geboren und wuchs bis zu seinem elften Lebensjahr im Großraum Stuttgart auf.

Ein Wiedersehen mit spannenden Vorzeichen: Den Nordiren gelang ausgerechnet gegen San Marino ihr höchster Sieg in der Geschichte der WM-Qualifikation. Am 15. Oktober 2008 setzte man sich mit 4:0 durch. Nun treffen die beiden Teams erneut zwei Mal aufeinander. Dabei würde der Außenseiter sicherlich auch ein 0:0 als einen Erfolg betrachten – und die statistischen Chancen dazu stehen gar nicht so schlecht, denn kein Team hat sich in der WM-Qualifikation häufiger torlos von seinem Gegner getrennt als Nordirland (insgesamt 15 Mal).

Der nächste Anlauf der „Landslaget“: Bei der Qualifikation für die FIFA WM 2010 landeten die Norweger in ihrer Gruppe hinter dem späteren Vize-Champion Niederlande auf Rang zwei. Dennoch erreichte das Team aus Skandinavien nicht die Playoffs, weil es der schlechteste Zweitplatzierte aller europäischen Staffeln war. Vier Jahre zuvor erreichte Norwegen auf dem Weg zur FIFA WM 2006 zwar die Playoffs, scheiterte darin aber an der Tschechischen Republik. Nun hat man die Chance auf Revanche und hofft, zum insgesamt vierten Mal nach 1938, 1994 und 1998 die Endrunde zu erreichen.

Die Statistik
2 – Deutschland hat allen Grund, mit breiter Brust den Weg nach Russland 2018 zu beginnen. In bislang 84 WM-Qualifikationsspielen (64 Siege, 18 Unentschieden) musste man lediglich zwei Mal das Feld als Verlierer verlassen. Auswärts ist man sogar ungeschlagen. Die einzigen beiden Niederlagen kassierte der amtierende Weltmeister zuhause gegen Portugal (0:1, 1985) und gegen England (1:5, 2001).

 

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Drei der sechs Mannschaften in der Gruppe B haben bereits an einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ teilgenommen. Während sowohl Portugal als auch die Schweiz bei der letzten Ausgabe in Brasilien dabei waren, datiert der letzte Auftritt Ungarns aus dem Jahr 1986. Andorra nimmt seit 2002 an der Vorausscheidung teil, Lettland und Färöer sogar schon seit 1992. Für eine Endrunde konnten sich diese drei Nationen aber noch nie qualifizieren.

Die Mannschaften
Portugal
Schweiz
Ungarn
Färöer
Lettland
Andorra

Der Ausblick
Auch wenn die Schweiz bei der WM 2014 in Brasilien erst im Achtelfinale ausschied, ist Portugal, das bereits nach der Gruppenphase die Heimreise vom Zuckerhut antreten musste, als amtierender Europameister der Favorit in dieser Gruppe. Grund dafür ist Superstar Cristiano Ronaldo. Der Spielführer der Seleção das Quinas erzielte auf dem Weg nach Brasilien acht von 24 Treffern seines Teams und bereitete drei weitere vor. Auf der anderen Seite zeigten die Iberer in der Defensive Schwächen und kassierten ganze neun Gegentore in zehn Spielen. Dies wurde ihnen letztendlich zum Verhängnis und sie mussten den Umweg über die Playoffs gehen – dort konnte sich Portugal aber erneut auf seinen Rekordtorjäger verlassen. Um am Ende ganz oben zu stehen und in Russland dabei zu sein, wird es demnach für die übrigen Teams in dieser Gruppe entscheidend sein, den FIFA Weltfussballer der Jahre 2008, 2013 und 2014 in Schach zu halten und selbst in der Offensive kaltschnäuzig zu sein.

Die Schweizer können dabei auf ihre Erfahrung aus der letzten WM bauen. Im Achtelfinale gegen Argentinien hatten die Eidgenossen Lionel Messi und seine Sturmpartner so gut im Griff, dass sie ihr Tor bis zur 118. Minute sauber halten konnten. Zwar hat die Mannschaft unter anderem mit Diego Benaglio und Philippe Senderos routinierte und wichtige Defensivstützen verloren, jedoch kann man sich auf die nachrückenden Spieler verlassen. Der Großteil des Teams spielt in europäischen Topligen und misst sich wöchentlich mit großen Namen. Die Spieler aus Ungarn, Lettland, Färöer und Andorra verfügen zwar vielleicht nicht über diese Erfahrung, müssen beim Namen Ronaldo aber nicht zu Salzsäuren erstarren. Vielmehr sollten sie sich ein Beispiel an ihren Kollegen aus Israel nehmen, die CR7 und Co. in der Qualifikation für Brasilien 2014 ein 1:1 und ein 3:3 abgetrotzt haben.

Hätten Sie’s gewusst?
Eine lange Durststrecke: Seit der 2:3-Niederlage gegen die Bundesrepublik Deutschland im Finale der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Schweiz 1954™ absolvierte Ungarn sieben Spiele in der Schweiz. Davon konnten die Magyaren vier gewinnen. Der letzte Sieg auf Schweizer Boden gelang im April 1976.

Alleinstellungsmerkmal: Der bisher größte Erfolg Lettlands auf internationalem Parkett war die Qualifikation für die UEFA EURO 2004. Eine Teilnahme an einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ konnten die Letten bisher noch nicht verbuchen. Sie sind das einzige Land, das bei einer Europameisterschaft angetreten ist, jedoch noch nie bei einer WM.

Ladehemmungen: In vier WM-Qualifikationen gelang Andorra bisher lediglich ein einziger Sieg. Am 13. Oktober 2004 konnte die EJR Mazedonien in der Vorausscheidung für Deutschland 2006 mit 1:0 besiegt werden. Bei der letzten Auflage konnten die Insulaner jedoch weder einen Punktgewinn noch einen Torerfolg feiern.

Die Statistik
4
Nachdem sie schon 2006, 2010 und 2014 dabei war, könnte die Schweiz in Russland zum vierten Mal in Folge am globalen Kräftemessen teilnehmen. Vier Auftritte auf der größten Bühne des Weltfussballs hintereinander gelangen den Eidgenossen lediglich 1934, 1938, 1950 und 1954. Portugal dahingegen war seit 2002 bei jeder Endrunde dabei und würde somit die Serie auf fünf Teilnahmen ohne Unterbrechung ausbauen.

 

 

WM 2018 Europa – Gruppe A: Ein Großer bleibt zurück

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WM Europa – Gruppe D: Zeit zurück drehen

WM 2018 Europa – Gruppe A: Ein Großer bleibt zurück

Die Teams

Niederlande
Frankreich
Schweden
Bulgarien
Belarus
Luxemburg

Der Ausblick
Das Misstrauen Deschamps‘ im Vorfeld der Qualifikation liegt indes auch darin begründet, dass zwei der Gegner in Gruppe A schmerzvolle Erinnerungen in ihm wecken. In der Vorausscheidung für USA 1994, dem letzten WM-Turnier, das die Tricoloresverpassten, ließen ausgerechnet Schweden und Bulgarien die Franzosen hinter sich – Deschamps gehörte damals zu den Stützen der Bleus. Doch mehr als gegen die Skandinavier, die am Ende den ersten Platz in Gruppe 6 belegten, wird Frankreich vor den Bulgaren auf der Hut sein. Diese rissen die Franzosen am 17. November 1993 im heimischen Prinzenparkstadion in Paris in buchstäblich letzter Minute aus ihren WM-Träumen. Frankreich hätte nur einen Punkt benötigt, um sich das begehrte Ticket zu sichern, während Bulgarien auf einen Sieg angewiesen war.

Dabei hatte Eric Cantona sein Team damals in der 32. Minute in Führung gebracht. Doch die Gastgeber hatten die Rechnung ohne Emil Kostadinov gemacht. Der Bulgare egalisierte schon fünf Minuten später, bevor er in der 89. Minute Bernard Lama mit einem Knaller unter die Latte überwand und die WM-Hoffnungen der Bleus endgültig zunichtemachte. „Wir sind Esel“, sagte Deschamps damals. 22 Jahre später wird der heutige Nationalcoach zum Auftakt der Qualifikation für Russland 2018 mit seinen Schützlingen danach streben, dieses dunkle Kapitel ihrer Geschichte hinter sich zu lassen.

Hätten Sie‘s gewusst?
Alles im grünen Bereich für Oranje: Mit 28 Punkten und einem Torverhältnis von +29 wiesen die Niederländer in der letzten WM-Qualifikation die beste Bilanz in der Europa-Zone auf. Zudem hatte sich das Oranje-Team zeitgleich mit Italien als erster Vertreter des alten Kontinents das Ticket nach Brasilien gesichert.

Schweden besser nicht verspotten: Das Rückspiel der Playoff-Runde für die UEFA U-21-EM zwischen Schweden und Frankreich, das im Oktober 2014 über die Bühne ging, fand ein unglaubliches Ende. Nach dem 2:0-Hinspielerfolg geriet Frankreich in der zweiten Partie schnell in Rückstand, glaubte aber nach dem späten Treffer zum 1:3 durch Layvin Kurzawa in der 87. Minute, doch noch die Qualifikation geschafft zu haben. Der Monegasse ließ seiner Freude freien Lauf und verspottete die Schweden mit einem militärischen Gruß. Diesen gelang indes in der nächsten Minute postwendend der Treffer zum 4:1, mit dem sie sich das Ticket zur EURO sicherten. Anschließend ließen sie es sich nicht nehmen, Kurzawa gründlich zu verhöhnen, indem sie auf dem Platz und in der Kabine – und sogar bei ihrem Titelgewinn im Juni – seine Geste nachäfften. Die beiden Länder treffen nun mit ihren A-Nationalteams aufeinander.

Die ersten Erfolge: Belarus gelang der erste Pflichtspielsieg 1994 gegen Luxemburg (2:0), das in Gruppe A erneut zu den Kontrahenten gehört. Der zweite Triumph folgte nur wenige Monate später gegen die Niederländer (1:0), denen sie in dieser Staffel ebenfalls wieder begegnen werden.

Statistik
7 – Luxemburg ist der Gegner, auf den Frankreich und die Niederlande in Vorausscheidungsturnieren am häufigsten getroffen sind (je sieben Mal).

 

WM Europa – Gruppe B: Alle gegen Ronaldo?

WM Europa – Gruppe C: Die ersten Schritte des Weltmeisters

WM Europa – Gruppe D: Zeit zurück drehen

Der „Windjäger“ blickt zurück auf Chinas WM-Debüt

Die Hoffnung in derwar groß, als die Mannschaft die letzte Runde der Asien-Qualifikation für die FIFA Fussball-WM Russland 2018™ erreichte. Schließlich datiert die bislang einzige Endrundenteilnahme von 2002 und dem Turnier in Korea und Japan. Doch nach nur drei Spielen hängen die Hoffnungen der Chinesen bereits am seidenen Faden. Zwei Niederlagen und ein Unentschieden lautet die bisher überaus magere Zwischenbilanz. Bei noch sieben zu absolvierenden Spielen bedeutet dies einen schweren Dämpfer für die Erfolgsaussichten der Chinesen.

Es versteht sich von selbst, dass die Schützlinge von Trainer Gao Hongbo am Dienstag gegen Usbekistan unbedingt punkten müssen, um ihre Hoffnungen noch am Leben zu halten. Der ehemalige Nationalstürmer Qu Bo brachte kürzlich in einem Exklusivinterview mit FIFA.com seine Unterstützung für das Team zum Ausdruck, das nun unter enorm hohem Erfolgsdruck steht.

„Das ist ein entscheidender und schwieriger Moment“, so der 34-jährige Angreifer, der in 16 WM-Qualifikationsspielen fünf Tore für die VR China erzielte. „Doch gleichzeitig ist es auch ein großartiger Moment für die Spieler. Schließlich spielen sie für die Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation. Ich sage mir selbst und meinen Teamkameraden stets: Ein Star kann man bei seinem Klub werden, aber ein Held für sein Land nur in der Nationalmannschaft. Ich hoffe, sie können ihre Chance nutzen.“

 

Durchbruch in der WM-Qualifikation
Vor 15 Jahren qualifizierte sich die VR China unter Trainerlegende Bora Milutinovic zum ersten und bis heute einzigen Mal für das größte Fussballturnier der Welt. Qu gehörte damals zu den Leistungsträgern des Teams. Als aufstrebender Star hatte er bei fünf Einsätzen in der WM-Qualifikation zwei Tore beigesteuert.

„2001 war ein großartiges Jahr meiner Karriere“, sagt er im Rückblick auf den denkwürdigen Erfolg in der WM-Qualifikation. „Mein erstes FIFA-Turnier war die U-20-WM in Argentinien, bei der ich zwei Tore erzielte. Danach wurde ich in die Nationalmannschaft berufen und kam in mehreren WM-Qualifikationsspielen zum Einsatz, wobei ich auch einige Tore erzielte. Wir haben es tatsächlich zur WM geschafft!

Für mich wurde damit ein großer Traum wahr. Mehrere Jahre zuvor hatte ich unser Team in Dalian in einem WM-Qualifikationsspiel für Frankreich 1998 gesehen. Damals fragte ich mich schon, wann ich selbst einmal für unser Land spielen würde. Immer wieder sagte ich mir, dass ich hart arbeiten müsse, um dieses Ziel zu erreichen. Innerhalb von vier Jahren hatte ich es geschafft. Ich wurde Nationalspieler, trat in der WM-Qualifikation an und schaffte es mit dem Team sogar zur WM-Endrunde.“

Eine zu breite Kluft
Bei Chinas WM-Debüt war Qu erst 20 Jahre alt und damit der zweitjüngste Akteur im Kader. Nach seinen Leistungen bei der FIFA U-20-WM und in der WM-Qualifikation galt er mit seiner Spritzigkeit, seinen schnellen Antritten und kraftvollen Abschlüssen als Youngster mit großem Potenzial.

„Ich ging mit großen Hoffnungen in meine erste WM“, so Qu, der in allen drei Spielen der Chinesen zum Einsatz kam. Dabei gab es allerdings drei Niederlagen und neun Gegentore ohne eigenen Treffer. „Nachdem wir uns in der Asien-Qualifikation durchgesetzt hatten, träumte ich schon davon, auch bei der WM gut abzuschneiden. Doch in unseren Gruppenspielen wurde uns eindeutig klar gemacht, wie groß die Kluft zwischen den besten Teams der Welt und uns war. Dabei zeigten die reinen Ergebnisse nicht einmal das ganze Ausmaß unserer Unterlegenheit. Wir waren einfach in allen Belangen klar unterlegen: Schnelligkeit, Technik, Kraft und Spielanalyse.“

Im zweiten Gruppenspiel gegen Brasilien wurden die Chinesen und Qu mit seinen großen Ambitionen endgültig unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. 35 Minuten vor Schluss lagen die Südamerikaner klar und uneinholbar mit 4:0 in Führung. Qu, der wegen seiner außergewöhnlichen Schnelligkeit den Spitznamen „Windjäger“ trägt, wurde von Milutinovic für Hao Haidong ins Spiel gebracht, um vielleicht doch noch das erste Tor für die Debütanten zu erzielen.

„Ich hatte schon kurz nach meiner Einwechslung eine große Torchance“, erzählt Qu, der als Einwechselspieler bei der angesprochenen FIFA U-20-Weltmeisterschaft seine Schnelligkeit genutzt hatte, um den Ausgleich gegen den späteren Titelträger Argentinien zu erzielen. „Ich nahm den Ball an und ließ einen Verteidiger hinter mir. In einem Spiel in der einheimischen Liga oder auf asiatischer Bühne hätte sich daraus sicher eine gute Eins-gegen-Eins-Chance gegen den Torhüter entwickelt. Doch dort tauchte plötzlich ein weiterer brasilianischer Verteidiger auf und jagte mir den Ball ab, als ich schon das Tor fixierte. Das war Roberto Carlos.“

Im Rückblick hält Qu seine WM-Teilnahme dennoch für ein unvergessliches Erlebnis, dass er sein Leben lang schätzen wird. „Ich war bei dieser WM in Korea und Japan noch zu jung. Heute weiß ich, wie ungeheuer wertvoll diese WM-Erfahrung ist. Ich würde mit einer Kamera jede Sekunde aufzeichnen, wenn ich noch einmal als 20-Jähriger bei einer WM dabei wäre. Unsere Mannschaft hat durchaus noch Chancen und ich hoffe, dass sie die Erwartungen erfüllen kann.